Behandlungen bei Schilddrüsenerkrankungen

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Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Behandlung bei Schilddrüsenerkrankungen. Diese sind Medikamente, Radiojodtherapie und Operation.


Medikamente:
 
Zur Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten können je nach Fall Jodid-Tabletten, Schilddrüsenhormon-Tabletten oder Kombinationspräparate aus Schilddrüsenhormon und Jodid eingesetzt werden.

Die in der Apotheke rezeptfrei erhältlichen Jodid-Tabletten können sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung von jodmangelbedingten Schilddrüsenkrankheiten eingesetzt werden. Ähnlich wie die Vitamine ist Jod eine lebensnotwendige Substanz. Die Schilddrüse benötigt Jod um die lebensnotwendigen Schilddrüsenhormone zu produzieren. Der Jodbedarf eines Erwachsenen liegt nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bei etwa 200 Mikrogramm pro Tag, Schwangere und Stillende benötigen noch mehr. In Deutschland nehmen Erwachsene im Durchschnitt jedoch täglich mehr als die erforderliche Menge Jod auf, da beinahe alle Lebensmittel jodiert sind.
Die vorbeugende oder behandelnde Einnahme von Jodid-Tabletten verursacht in der Regel keine Nebenwirkungen. Bei einer Hashimoto-Thyreoiditis entwickeln allerdings einige Patienten eine so starke Überempfindlichkeit auf Jod, dass selbst ein Aufenthalt am Meer durch den starken Jodsalzgehalt in der Luft zu einer Belastung wird, die sich in Übelkeit, geschwollenen Augen usw. auswirken kann. Bei dieser Erkrankung sollte also Jodid nach Möglichkeit nicht eingenommen werden.

Schilddrüsenhormon-Tabletten werden zur Rückbildung von Kröpfen, zur Behandlung von angeborener oder erworbener Unterfunktion, zusammen mit Schilddrüsenblockern bei Schilddrüsenüberfunktion und in der Behandlung des Schilddrüsenkrebses eingesetzt.
Bei der Unterfunktion werden die Hormone, die die kranke Schilddrüse nicht mehr in ausreichender Menge bilden kann, in Form von Schilddrüsenhormon-Tabletten verabreicht. Damit wird eine ausgeglichene Stoffwechsellage herbeigeführt und aufrechterhalten. Die in den Tabletten enthaltenen Hormone sind identisch mit den körpergeigenen Schilddrüsenhormonen und können von den Körperzellen nicht unterschieden werden. Zu Beginn der Behandlung können bei einigen Patienten leichte Beschwerden auftreten, die denen einer Überfunktion ähneln, sie entstehen durch die stoffwechselsteigernde Wirkung der Schilddrüsenhormone. Die Beschwerden treten jedoch in der Regel nur vorübergehend auf, in vielen Fällen genügt es, wenn der Arzt die Dosis vorübergehend senkt und nach einigen Wochen wieder zur ursprünglichen Menge zurückkehrt. Die langjährige Tabletteneinahme ist nicht schädlich, da es sich um körpereigene Wirkstoffe handelt.


Operation:


Eine Operation wird in der Regel bei sehr großen Kröpfen mit Behinderung der Atmung oder des Schluckens, heißen oder kalten Knoten, der Basedowschen Erkrankung oder bei Schilddrüsenkrebs durchgeführt. Der Chirurg entfernt in der Regel die krankhaft veränderten Schilddrüsenanteile bis auf einen kleinen Restlappen. Unter bestimmten Bedingungen werden nur einzelne, isolierte Knoten herausgeschält. Nach der Operation wird meist eine weiterführende Behandlung mit Jodid- und/oder Schilddrüsenhormontabletten durchgeführt. Dadurch wird zum einen ein erneutes Wachstum der restlichen Schilddrüse verhindert, zum anderen eine möglicherweise verminderte Hormonproduktion durch die kleine Restschilddrüse ausgeglichen.
Es gibt heutzutage bei einer Schilddrüsenoperation nur sehr selten Komplikationen, da diese Operationen so häufig durchgeführt werden, dass sie zu den Standardeingriffen gehören. Bei weniger als einem Prozent der Patienten können die Stimmbandnerven angegriffen werden, da sie praktisch von der Schilddrüse "umschlossen" werden. Meist handelt es sich dabei aber nur um eine vorübergehende Funktionsstörung, die sich wieder zurückbildet. In seltenen Fällen können die Nebenschilddrüsen, die den Kalziumstoffwechsel des Körpers regulieren, geschädigt oder unbeabsichtigt entfernt werden. Insgesamt gibt es aber vier Nebenschilddrüsen, so dass meist die noch gesunden die Funktion der ausgefallenen mit übernehmen, vorübergehend kann jedoch die Einnahme von Kalziuzmtabletten erforderlich sein. Ist die Restschilddrüse zu klein für eine zureichende Hormonproduktion, kann eine Schilddrüsenunterfunktion entstehen, die durch die Einnahme von Schilddrüsenhormontabletten ausgeglichen werden kann.


Radiojodbehandlung:

Eine Radiojodbehandlung kann bei vergrößerter Schildrüse, heißen Knoten, der Basedowschen Krankheit oder bei einem erneutem Kropfwachstum nach einer Operation durchgeführt werden. Sie wird meist dann vorgenommen, wenn eine Operation nicht so günstig erscheint. Die Behandlung mit Radiojod darf bei Schwangeren und Stillenden sowie bei kalten Knoten nicht angewendet werden.
Meist erhält der Patient das Radiojod in Form einer Kapsel. Es ist weder zu schmecken noch zu fühlen. Gelegentlich kann ein Anschwellen der kranken Schilddrüse auftreten. Die Wirkung der Behandlung beruht auf der beim Zerfall des Radiojods ausgesendeten Strahlung. Während der Behandlung bleiben die Patienten aus Strahlenschutzgründen auf der nuklearmedizinischen Station. Das von der Schilddrüse nicht aufgenommene Radiojod wird mit dem Harn ausgeschieden und über besondere Toilettenanlagen gesammelt, so dass die radioaktive Substanz nicht in die öffentlichen Abwässer gelangt. Während der Quarantäne können sich die Patienten innerhalb der Station frei bewegen, Besuche durch Angehörige und Freunde sind allerdings nicht möglich.
Der Patient kann sich zu Hause wie gewohnt beschäftigen. In den ersten Wochen nach der Entlassung sollte jedoch enger Kontakt mit strahlenempfindlichen Personen wie Schwangeren und Kleinkindern vermieden werden. Wie auch nach einer Operation ist jetzt meist die Gabe von Jodidtabletten und/oder Schilddrüsenhormon - Tabletten notwendig, um ein erneutes Schilddrüsenwachstum zu verhindern oder die durch die Radiojodbehandlung eingeschränkte Leistung der Restschilddrüse zu unterstützen.



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